„Baritpulver“ ist für eine belastbare Bestellung zu ungenau. Eine Bohrspülung braucht einen verlässlichen Beschwerungsstoff; eine Lackrezeptur braucht einen Füllstoff, der sich sauber dispergieren lässt und Farbe sowie Oberfläche nicht unerwünscht verändert.

Entscheidend ist nicht nur die Reinheit, sondern die Funktion

Bei Bohrbarit stehen spezifisches Gewicht, API-bezogene Prüfwerte und Chargenkonstanz im Mittelpunkt. Industriebarit wird dagegen nach Weißgrad, Farbton, Kornverteilung, Ölzahl, Feuchte und Verhalten in der jeweiligen Rezeptur bewertet.

Für den Einkauf: Erst Anwendung und Prüfverfahren festlegen, dann Grenzwerte vereinbaren. Ein hoher BaSO4-Wert allein garantiert keine gute Verarbeitung.

Was muss Bohrbarit leisten?

Spezifisches Gewicht

Es bestimmt, wie effizient die Spülungsdichte eingestellt werden kann. Für konventionelle API-Qualitäten wird häufig ein Mindestwert von 4,20 vereinbart – maßgeblich bleiben die genannte API-13A-Ausgabe und der Vertrag.

Kornverteilung

Zu viel Grobkorn begünstigt Absetzen und Anlagenprobleme; ein überhöhter Feinstanteil kann Rheologie und Feststoffbeladung beeinflussen. Siebrückstand und Feinanteil gehören deshalb in die Bestellung.

Lösliche Erdalkalien, Feuchte und Nachweise

Lösliche Ionen können die Spülungschemie stören. Feuchte beeinflusst Fließfähigkeit und nutzbare Trockenmasse. Gefordert werden sollten ein aktuelles Analysenzertifikat, Prüfmethoden, Chargenrückverfolgbarkeit und eine klare Verpackungsspezifikation.

Was zählt bei Industriebarit?

Weißgrad und Unterton

Gerade in hellen Lacken und Kunststoffen ist der visuelle Unterton wichtig. Die Freigabe sollte mit einem Muster in der eigenen Rezeptur erfolgen, nicht anhand eines Produktfotos.

Korngröße und Top Cut

D50 allein reicht selten aus. Grobanteile können Filmglätte und Siebrückstand verschlechtern; sehr feine Anteile verändern Oberfläche, Viskosität und Bindemittelbedarf. Messmethode und vollständige Verteilung sollten bekannt sein.

Ölzahl, Dispergierung und Feuchte

Die Ölzahl liefert einen Anhaltspunkt für den Bindemittelbedarf. In der Praxis entscheiden jedoch auch Grit, Dispergierbarkeit und reproduzierbare Viskosität. Für Polymeranwendungen ist zusätzlich zu klären, ob eine Oberflächenbehandlung benötigt wird.

Technischer Direktvergleich

KriteriumBohrbaritIndustriebarit
HauptfunktionBohrspülung beschwerenFunktioneller Füllstoff
LeitwertSpezifisches Gewicht, API-WerteFeinheit, Weißgrad, Rezepturverhalten
FarbeMeist nachrangigBei Lack und Polymer oft kritisch
FreigabeStandardprüfung, COA, SpülungstestLabormuster und Rezepturversuch

So wird die Bestellung eindeutig

Bei Bohrbarit gehören Normausgabe, Mindestdichte, lösliche Erdalkalien, Kornlimits, Feuchte, Verpackung und Inspektion in die Spezifikation. Bei Industriebarit sind Endanwendung, Farbziel, Korngrößenmethode, Ölzahl, Feuchte, eventuelle Oberflächenbehandlung und Musterfreigabe zu nennen.

Zusätzlich sollte klar sein, welche Werte garantiert sind, wie Abweichungen behandelt werden und ob vor Versand ein Rückstellmuster oder eine unabhängige Prüfung vorgesehen ist.

Welche Qualität passt zu Ihrer Anwendung?

Nennen Sie uns Einsatzgebiet, Zielkorngröße, Jahresbedarf und Lieferort. Wir schlagen eine geeignete Qualität samt technischer Dokumentation vor.

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